VERNETZEN

CORONA-IMPFVERORDNUNG: SOLLEN PFLEGENDE ANGEHÖRIGE DURCHS RASTER FALLEN?

Vieles deutet darauf hin, dass die Politik pflegende Angehörige nicht als besonders schützenswerte Spezies sieht: Ihnen soll womöglich kein Vorrang bei der Verteilung der knappen Impfstoff-Dosen gewährt werden.

So sieht der Referentenentwurf zu einer Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-COV-2 (Coronavirus-Impfverordnung) keine besondere Berücksichtigung der »Mitarbeiter*innen« des »größten Pflegedienstes der Nation« vor, ohne den die pflegerische Versorgung im Land binnen kürzester Zeit zusammenbrechen würde. Auch die bislang nur als Entwurf kursierende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), an welche Bevölkerungsgruppen der knappe Impfstoff zuerst verteilt werden soll, hat die häuslich Pflegenden, die überwiegend Angehörige anerkannter Risikogruppen versorgen, nicht im Blick. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat diesen Fehler bemerkt und empfiehlt in einer Stellungnahme, die pflegenden Angehörigen frühzeitig gegen den Corona-Virus zu immunisieren. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagt dazu: »Bei der Impfstrategie dürfen wir aber auch nicht die große Zahl der pflegenden Angehörigen vergessen. Angehörige, die mit einem pflegebedürftigen oder behinderten Menschen zusammenleben und mit ihm zur Impfung kommen, müssen gleich mitgeimpft werden. Das Netz der sorgenden Familien trägt – unbemerkt vom Rampenlicht – in diesen Tagen eine große Last. Wir müssen es im Interesse aller stärken und immun gegen das Virus machen.«

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

MITMACHEN

Mitgliederbereich

Mahnwache auf dem Hamburger Rathausmarkt

Der Termin der nächsten Mahnwache wird kurzfristig bekannt gegeben.

Partner