AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF PFLEGENDE AN- UND ZUGEHÖRIGE IN EUROPA

Die Corona-Pandemie belastet den Alltag aller Menschen, ganz besonders aber Leben und Alltag jener, die besonders verletzlich sind, wie z. B. die pflegenden Angehörigen. Um Forderungen nach besserer Unterstützung und Hilfe für pflegende Angehörige mit weiteren Fakten zu untermauern und um für ein besseres Verständnis der zunehmend besorgniserregenden Lage zu sorgen, in der pflegende Angehörige sich befinden, führt der europäische Verband „Eurocarers“ (https://eurocarers.org) jetzt eine

Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf pflegende An- und Zugehörige in Europa

durch. Ziel dieser Umfrage ist, zu dokumentieren, wie sich die Corona-Pandemie auf pflegende An- und Zugehörige, auf deren Pflegesituation, Unterstützer-Netzwerke, Zugang zu Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, Erwerbsstatus, ihre Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie ihre finanzielle Situation und weitere Aspekte auswirkt, und diese Daten zu analysieren. Die Studie will außerdem Ihre Meinungen und Empfehlungen darüber sammeln, wie Sie als pflegende An- und Zugehörige in Zeiten einer Pandemie besser unterstützt werden können. Eurocarers betont, dass die EU-Kommission bereits großes Interesse an dem Ergebnis dieser Umfrage bekundet hat und sich mit Eurocarers über die Situation der pflegenden Angehörigen austauschen möchte. Zur Teilnahme eingeladen sind alle, die aktuell einen (oder mehrere) pflegebedürftige Menschen versorgen. Das Ausfüllen dauert etwa 20 Minuten, kann aber jederzeit unterbrochen und später fortgesetzt werden. Die Umfrage ist bis 15. Januar 2021 online. Nach der Auswertung der Daten gibt es auch an dieser Stelle die Ergebnisse zu lesen. Also, ran an die Tastatur, liebe Leute, lasst uns laut und deutlich machen, dass pflegende Angehörige nicht nur, aber ganz besonders in pandemischen Zeiten wie diesen viel mehr Anerkennung, Wertschätzung und Unterstützung brauchen. Hier nun der Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.com/r/8B5NBJR

CORONA-IMPFVERORDNUNG: SOLLEN PFLEGENDE ANGEHÖRIGE DURCHS RASTER FALLEN?

Vieles deutet darauf hin, dass die Politik pflegende Angehörige nicht als besonders schützenswerte Spezies sieht: Ihnen soll womöglich kein Vorrang bei der Verteilung der knappen Impfstoff-Dosen gewährt werden.

So sieht der Referentenentwurf zu einer Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-COV-2 (Coronavirus-Impfverordnung) keine besondere Berücksichtigung der »Mitarbeiter*innen« des »größten Pflegedienstes der Nation« vor, ohne den die pflegerische Versorgung im Land binnen kürzester Zeit zusammenbrechen würde. Auch die bislang nur als Entwurf kursierende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), an welche Bevölkerungsgruppen der knappe Impfstoff zuerst verteilt werden soll, hat die häuslich Pflegenden, die überwiegend Angehörige anerkannter Risikogruppen versorgen, nicht im Blick. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat diesen Fehler bemerkt und empfiehlt in einer Stellungnahme, die pflegenden Angehörigen frühzeitig gegen den Corona-Virus zu immunisieren. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagt dazu: »Bei der Impfstrategie dürfen wir aber auch nicht die große Zahl der pflegenden Angehörigen vergessen. Angehörige, die mit einem pflegebedürftigen oder behinderten Menschen zusammenleben und mit ihm zur Impfung kommen, müssen gleich mitgeimpft werden. Das Netz der sorgenden Familien trägt – unbemerkt vom Rampenlicht – in diesen Tagen eine große Last. Wir müssen es im Interesse aller stärken und immun gegen das Virus machen.«