DAS NEUE „PFLEGE-BAROMETER“ DEUTSCHLANDS GRÖSSTER PFLEGEDIENST – ZUR ZUFRIEDENHEIT PFLEGENDER ANGEHÖRIGER

Wir begrüßen es sehr, dass der Verband der Privaten Krankenversicherung mit dem „Pflege-Barometer“ die aktuelle Situation der pflegenden Angehörigen untersucht und auch mit den Betroffenen diskutieren will. Nutzen Sie hier die Chance, sich am 10. Mai von 15.00 – 16.30 Uhr online mit Ihren Anliegen einzubringen. Den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Die Corona-Krise verschärft die ohnehin prekäre Situation der pflegenden Angehörigen. Welche Hilfe gibt es wo?

Es gibt unendlich viel Informationen zur Corona-Krise, auch explizit bezogen auf die Pflege. Wir haben hier eine Auswahl zusammengestellt, die insbesondere die Probleme der pflegenden Angehörigen thematisiert und Ihnen vielleicht langes Suchen erspart.

AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE AUF PFLEGENDE AN- UND ZUGEHÖRIGE IN EUROPA

Die Corona-Pandemie belastet den Alltag aller Menschen, ganz besonders aber Leben und Alltag jener, die besonders verletzlich sind, wie z. B. die pflegenden Angehörigen. Um Forderungen nach besserer Unterstützung und Hilfe für pflegende Angehörige mit weiteren Fakten zu untermauern und um für ein besseres Verständnis der zunehmend besorgniserregenden Lage zu sorgen, in der pflegende Angehörige sich befinden, führt der europäische Verband „Eurocarers“ (https://eurocarers.org) jetzt eine

Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf pflegende An- und Zugehörige in Europa

durch. Ziel dieser Umfrage ist, zu dokumentieren, wie sich die Corona-Pandemie auf pflegende An- und Zugehörige, auf deren Pflegesituation, Unterstützer-Netzwerke, Zugang zu Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, Erwerbsstatus, ihre Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie ihre finanzielle Situation und weitere Aspekte auswirkt, und diese Daten zu analysieren. Die Studie will außerdem Ihre Meinungen und Empfehlungen darüber sammeln, wie Sie als pflegende An- und Zugehörige in Zeiten einer Pandemie besser unterstützt werden können. Eurocarers betont, dass die EU-Kommission bereits großes Interesse an dem Ergebnis dieser Umfrage bekundet hat und sich mit Eurocarers über die Situation der pflegenden Angehörigen austauschen möchte. Zur Teilnahme eingeladen sind alle, die aktuell einen (oder mehrere) pflegebedürftige Menschen versorgen. Das Ausfüllen dauert etwa 20 Minuten, kann aber jederzeit unterbrochen und später fortgesetzt werden. Die Umfrage ist bis 15. Januar 2021 online. Nach der Auswertung der Daten gibt es auch an dieser Stelle die Ergebnisse zu lesen. Also, ran an die Tastatur, liebe Leute, lasst uns laut und deutlich machen, dass pflegende Angehörige nicht nur, aber ganz besonders in pandemischen Zeiten wie diesen viel mehr Anerkennung, Wertschätzung und Unterstützung brauchen. Hier nun der Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.com/r/8B5NBJR

CORONA-IMPFVERORDNUNG: SOLLEN PFLEGENDE ANGEHÖRIGE DURCHS RASTER FALLEN?

Vieles deutet darauf hin, dass die Politik pflegende Angehörige nicht als besonders schützenswerte Spezies sieht: Ihnen soll womöglich kein Vorrang bei der Verteilung der knappen Impfstoff-Dosen gewährt werden.

So sieht der Referentenentwurf zu einer Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-COV-2 (Coronavirus-Impfverordnung) keine besondere Berücksichtigung der »Mitarbeiter*innen« des »größten Pflegedienstes der Nation« vor, ohne den die pflegerische Versorgung im Land binnen kürzester Zeit zusammenbrechen würde. Auch die bislang nur als Entwurf kursierende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), an welche Bevölkerungsgruppen der knappe Impfstoff zuerst verteilt werden soll, hat die häuslich Pflegenden, die überwiegend Angehörige anerkannter Risikogruppen versorgen, nicht im Blick. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat diesen Fehler bemerkt und empfiehlt in einer Stellungnahme, die pflegenden Angehörigen frühzeitig gegen den Corona-Virus zu immunisieren. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagt dazu: »Bei der Impfstrategie dürfen wir aber auch nicht die große Zahl der pflegenden Angehörigen vergessen. Angehörige, die mit einem pflegebedürftigen oder behinderten Menschen zusammenleben und mit ihm zur Impfung kommen, müssen gleich mitgeimpft werden. Das Netz der sorgenden Familien trägt – unbemerkt vom Rampenlicht – in diesen Tagen eine große Last. Wir müssen es im Interesse aller stärken und immun gegen das Virus machen.«

AWO PFLEGEBERATUNG: GESETZLICHE SONDERREGELN FÜR KRANKEN- UND PFLEGEVERSICHERTE

Welche veränderten Leistungen erhalten Krankenversicherte, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Corona-Zeiten?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden für krankenversicherte und pflegebedürftige Menschen sowie auch für pflegende Angehörige vom Gesetzgeber die Regelungen der Kranken-und Pflegeversicherung der bundesweiten Corona-Situation angepasst. Die AWO stellt zu diesem Thema eine Übersicht zur Verfügung, die ständig aktualisiert wird.

BELASTUNG RAUF, LEBENSQUALITÄT RUNTER: CORONA TRIFFT PFLEGENDE ANGEHÖRIGE BESONDERS HART

Pflegende Angehörige leiden überdurchschnittlich stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das zeigt das Ergebnis einer Untersuchung der Bremer Wissenschaftler*innen Rothgang und Wolf-Ostermann im Auftrag der DAK.

Demnach sagte mehr als jede*r zweite Befragte, dass durch die Pandemie sowohl die Belastung durch die Pflege gestiegen sei als auch ihr/sein Gesundheitszustand sich verschlechtert habe. Ein Drittel der Befragten bewertete die eigene Lebensqualität als schlecht oder sehr schlecht, vor der Corona-Pandemie waren es nur sieben Prozent – der Wert hat sich also mehr als vervierfacht.

Schon vor der Corona-Pandemie waren die pflegenden Angehörigen überwiegend schwer belastet, nicht wenige von ihnen so sehr, dass sie die Fortsetzung ihrer bislang unentgeltlichen Sorge- und Pflegearbeit in Frage stellten. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich pflegende Angehörige von der Politik in ihrer Rolle nicht hinreichend wahrgenommen fühlen. Für die Zukunft sei es daher, so die Studienautoren, wichtig, neben Krankenhäusern und Pflegeheimen auch die pflegenden Angehörigen und die Situation der häuslichen Pflege zu beachten.

Die Studie können Sie bei der DAK als PDF herunterladen.

Lesen Sie nachfolgend auch die entsprechende Pressemitteilung der DAK:

Nach dem Sommer ist vor dem Sommer: Pflegebedürftigkeit, Hitze und Corona

Der Sommer wird immer heißer und für uns pflegende Angehörige die Herausforderung immer größer, unsere Lieben auf der sicheren – kühlen – Seite zu halten. Das Forschungsprojekt CO-HEAT der Ludwig-Maximilians-Universität München hat daher bereits zum vergangenen Sommer Ratgeber herausgegeben, die uns pflegenden Angehörigen Tipps und Tricks an die Hand geben will, wie wir diese Aufgabe bewältigen und für eine möglichst unbeeinträchtigte Gesundheit unserer Pflegebedürftigen sorgen können. Und uns – nebenbei – auch um unsere eigene Kühlung kümmern.

Der nächste Sommer kommt bestimmt, und er wird vermutlich mindestens so heiß wie der letzte. Das CO-HEAT-Team bittet uns pflegende Angehörige nun, seine Materialien kritisch zu beäugen und möglichst Verbesserungsvorschläge aus unserer konkreten Erfahrung zu machen.

Lesen Sie nachfolgend das Schreiben von Katharina Deering (Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Arbeitsgruppe Globale Umwelt-Gesundheit) und finden Sie dort auch die Links zu den Materialien und zum Feedback-Formular, mit dem Sie Ihre Kritik – positiv wie negativ – anbringen können. Vielen Dank!

Die „Allianz pflegende Angehörige – Interessengemeinschaft und Selbsthilfe e.V.“ lädt ein zum „AllipA-Klönschnack“

Die „Allianz pflegende Angehörige – Interessengemeinschaft und Selbsthilfe e.V.“ lädt ein zum „AllipA-Klönschnack„AllipA-Klönschnack“ – regelmäßige online Treffen für pflegende Angehörige Pflegende Angehörige sind in der Corona Zeit zusätzlich gefordert ihre Pflegebedürftigen gut zu versorgen und zu schützen. Aufgrund dessen sind sie oftmals extrem isoliert, haben erschwerten Zugang zu Beratungsangeboten und fühlen sich mit ihren Problemen allein gelassen. Einmal die Sorgen etwas vergessen und sich mit Gleichbetroffenen austauschen – das möchte AllipA mit der digitalen Klönschnack-Runde als Ausgleich zum stressigen Pflegealltag anbieten. Ziel der Gruppe ist der Kontakt und Erfahrungsaustausch von pflegenden Angehörigen mit anderen Gleichbetroffenen.  Die Themen bestimmen die pflegenden Angehörigen selber – Hilfe zur Selbsthilfe, Informationen, Anlaufstelle für Probleme und Fragen, Tipps zur Bewältigung, emotionale Unterstützung und auch einfach mal ein bisschen Spaß haben und zusammen Lachen. Wir laden herzlich zum nächsten online „AllipA-Klönschnack“ am Dienstag, den 01.06.2021 von 17:00 – 18:30 Uhr ein. Zur Anmeldung, einfach eine kurze (unverbindliche) Nachricht an folgende email senden: Kloenschnack@allipa.de Wirfreuen uns auf ein Treffen in gemütlicher Runde!